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Die »Dynamische Nachfolge« erleichtert es Inhabern von Familienbetrieben ohne Nachfolger, ihr Unternehmen an die eigenen Mitarbeiter zu verkaufen. Das Nachfolge- modell basiert auf einer Indirekten Mitarbeiter- kapitalbeteiligung (IMKB), die den Beschäftigten durch das Finanzinstrument ESOP hilft, das Kapital für den Kaufpreis zu beschaffen.
Indirekte Mitarbeiterkapitalbeteiligung (IMKB)






Mitarbeiterbeteiligung in Deutschland



Von den 3,3 Millionen Unternehmen in Deutschland haben nur ca. 400.000 eine Mitarbeiterbeteiligung. Das heißt, 88% der Unternehmen kennen das Binnenunternehmertum weder als Instrument zur Bindung von Fachkräften, noch als Mittel zur Produktionssteigerung. Mehr hierzu siehe Nachhaltigkeit.



99% aller Beteiligungen sind Umsatz- oder Gewinnbeteiligungen. Echte Kapitalbeteiligungen gibt es rund 4.200, was bedeutet, dass von 900 Unternehmen nur eines seine Beschäftigten als Investoren oder potentielle Nachfolger wahrnimmt. Ein Grund dafür, dass es in Deutschland so wenige Mitarbeiterkapitalbeteiligungen gibt, ist die bisher schwierige Umsetzbarkeit für KMU. Die neue indirekte Mitarbeiterkapitalbeteiligung (IMKB) erleichtert die praktische Anwendung.






Definition der IMKB



„Indirekt“ bedeutet, dass Mitarbeiter nicht unmittelbar an ihrem Arbeitgeberunternehmen beteiligt sind. Die Beschäftigten sind also keine direkten GmbH-Gesellschafter, Aktionäre, Genossen, GbR-Gesellschafter usw.. Stattdessen werden ihre Eigentumsanteile gebündelt und an eine Zwischengesellschaft, den ESOP-Treuhand-Fonds, übertragen und dort treuhänderisch verwaltet. Mehr hierzu siehe ESOP.




Trotz der Zwischenschaltung einer Gesellschaft (den ESOP) hat die IMKB große Vorteile. Genaugenommen macht sie es teilweise sogar erst möglich, dass kleine und mittelständische Unternehmen das Instrument des Binnenunternehmertums nutzen können. Doch zu welchem Zweck? Was haben deutsche Unternehmen davon?






Nutzen der IMKB



(1)  Die IMKB ist ein Abwehrinstrument gegen eine feindliche Übernahme und auch dazu ge-
      eignet, einen Ausverkauf des Deutschen Mittelstandes an Finanzinvestoren zu verhindern.


(2)  Die IMKB kann aufgrund des ESOP von international tätigen Unternehmen als Grundlage
      für ein weltweit einheitliches Vergütungskonzept für alle Mitarbeiter eingesetzt werden, egal
      in welchem Land sich die Auslandsniederlassungen befinden.


(3)  Start Up‘s, die mit Hilfe von Privat Equity gegründet wurden, können die IMKB beim Exit
      ihrer Investoren für das Secondary Buyout nutzen und damit sicherstellen, dass das Know-
      how im eigenen Unternehmen bleibt.


(4)  Mit Hilfe einer IMKB kann die Eigenkapitalsituation eines Unternehmens verbessert werden.
      Unter bestimmten Voraussetzungen ist sie sogar als Sanierungsinstrument geeignet.


(5)  Die IMKB kann als Instrument zur Bindung von Fachkräften sowie zur Steigerung der Pro-
      duktivität und der Innovationskraft genutzt werden. Ihre sozio-ökonomische Nachhaltigkeit
      geht jedoch weit darüber hinaus (ist durch Studien bewiesen).


(6)  Der ESOP kann zur Auszahlung von Gesellschaftern oder Erben genutzt werden.


(7)  Und schließlich kann die IMKB von Familienunternehmen ohne Nachfolger genutzt werden,
      um eine Betriebsübergabe an die Beschäftigten zu erleichtern. Hier sind zwei Situationen
      zu unterscheiden:


      a)  Das Unternehmen hat einen externen Nachfolger gefunden (z.B. einen jungen Meister),
           der das Unternehmen übernehmen könnte, dem jedoch das Kapital dazu fehlt. In diesem
           Fall wird die IMKB mit dem MBO/MBI kombiniert und so die Belegschaft für die Finanz-
           ierung „mit ins Boot geholt“.


      b)  Das Unternehmen wird zu 100% an die Belegschaft übergeben. Bei dieser sogenannten
           »Dynamischen Nachfolge« hat die Zwischengesellschaft eine Doppelfunktion. Sie dient
           als Instrument zur Kaufpreisfinanzierung und sie regelt die Unternehmensführung nach
           Ausscheiden des Inhabers. Mehr dazu siehe Dynamische Nachfolge.












Wissenschaftliche Betrachtung der IMKB



Wirtschaftstheoretisch ist die IMKB eine Form der "Ownership Economics" (auch "binäre Ökonomie" oder "wirtschaftliche Demokratie" genannt), also ein Wirtschaftssystem, das weder kollektiv noch partikulär ist.




Die Absicht hinter der Entwicklung der IMKB war, dass auf privatwirtschaftlicher Ebene das Unternehmensziel der Gewinn-Maximierung nicht mehr nur von einigen wenigen (Inhabern, Management, etc.) angestrebt wird, sondern dass in den Betrieben die Gewinn-Maximierung ein gemeinschaftliches Ziel wird, das auch von den Mitarbeitenden verfolgt wird.




Die These war: die IMKB macht Mit-Arbeiter zu Mit-Unternehmern, wodurch sie sich als Miteigentümer fühlen und entsprechend verhalten, die Unternehmensleitung jedoch einem professionellen Management überlassen (Geschäftsleitung oder Inhaber). Inzwischen gibt es zahlreiche Studien, die beweisen, dass eine IMKB diese Effekte tatsächlich hat.












Abgrenzung: Was die IMKB nicht ist






 Die IMKB mit ESOP ist keine Art von Kollektivbesitz (hat somit keinen sozialistischen Ansatz).


 Die IMKB mit ESOP ist ein Finanzierungskonzept für gesunde Unternehmen, deren Inhaber
   und Inhaberinnen die Zukunft ihrer Firma und das Wohl und ihrer Mitarbeiter am Herzen liegt.
   Nur in Ausnahmefällen kann sie als Sanierungsinstrument eingesetzt werden.


 Eine IMKB bedeutet nicht, dass eine Belegschaft das operative Geschäft leitet. Zwar gibt es
   selbstverwaltete Betriebe mit ESOPs, aber das sind Ausnahmen. Allerdings belegen Studien,
   dass eine erfolgreiche Mitarbeiterbeteiligung immer sowohl eine materielle wie eine immateri-
   elle Beteiligung ist.